Multifunktionshalle und kein Anfang in Sicht

„Nun wird nach fast zwei Jahren endlich mal angefangen, die notwendigen Grundlagen für die Planung einer Multifunktionshalle zu erarbeiten? Wofür wurden denn schon 300.000 € ausgegeben,“ fragen die PIRATEN in Minden weiter, nachdem nun in der kommenden Haupt- und Finanzausschusssitzung ein weiterer Finanzbedarf seitens der Verwaltung vorgelegt wird.

Der von den PIRATEN schon im letzten Jahr angeforderte Business-Plan soll hier jetzt endlich vorbereitet werden.

„Aufbauend auf den vorliegenden Erkenntnissen muss ein detaillierter Business-Plan für den Betrieb einer Multifunktionshalle erstellt werden. Hierbei ist insbesondere die Kalkulation von Betriebskosten (z.B. Personal, Facility Management, Energie) und Betriebseinnahmen (z.B. Mieteinnahmen, Bewirtungskonzept, Namensrecht, Sponsoring,) von besonderer Bedeutung,“ zitiert PIRATEN-Stadtverordneter Frank Tomaschewski die Sitzungsdrucksache.

„Zur Erarbeitung dieser Punkte ist eine neue Auftragsvergabe an entsprechende Fachunternehmen notwendig. Hierfür und für die weitere Beratung in unternehmens- und steuerrechtlichen Fragen wird derzeit mit einem weiteren Finanzbedarf von 200.000 Euro gerechnet.“

Siegbert Molitor, Mitglied im Finanzauschuss des Kreistages, hinterfragt kritisch, „Was haben die Fachleute denn im letzten Jahr mit den 300.000 € konzipiert. Bauprojekte dieser Größenordnung müssten bei allen Projektstufen übersichtlich und transparent dargestellt werden. Sowohl Verwaltung und Politik haben die Verpflichtung sorgsam mit den Steuermitteln umzugehen.“

Eine detaillierte Marktanalyse soll die bisherigen Erkenntnisse sinnvoll erweitern, hierzu gehören vor allem Daten zu allgemeinen Marktbedingungen (z.B. Bevölkerungsstruktur, Freizeitverhalten, Wettbewerbsbedingungen, Situationsanalyse und Entwicklungsperspektiven des Unterhaltungsmarktes). Dabei sollen insbesondere die Marktspezifika der Stadt Minden bzw. des Kreises Minden-Lübbecke analysiert und bei der Planung von regionalen, wie überregionalen Eventformaten berücksichtigt werden.“

Dies hätte nach Meinung der PIRATEN schon seit über einem Jahr vorgelegt werden müssen. Auch das notwendige Betriebskonzept, basierend auf den vorliegenden Studien und der vorgeschalteten Marktanalyse hätte im Rahmen einer sachlichen Vorbereitung vorgelegt werden können. Hierzu gehört z.B. die Entwicklung eines ganzjährigen Programm-Mixes u.a. mit Sportveranstaltungen, Unterhaltungsprogramm und Meetings, Konferenzen, die Entwicklung eines Konzeptes für die Bewirtung, das Facility Management, ein Logistikkonzept und Empfehlungen für die Verwaltung der Multifunktionshalle, wie die Vorlage der Verwaltung es jetzt endlich beinhaltet.

Das notwendige Vermarktungskonzept mit den vorliegenden Gutachten und Erkenntnissen hätte schon seit Monaten in enger Abstimmung mit den späteren Nutzern (GWD Minden, lokale Unternehmen) entwickelt bzw. vorbereitet werden. können. Hierzu gehört z.B. auch Namensrecht und Werbung.

Das bislang fehlende Baukonzept hat direkte oder indirekte Auswirkungen auf die Multifunktionshalle, daher müssen auch die hierzu vorliegenden Erkenntnisse einer Überprüfung unterzogen werden. Diese Prüfungen hätten schon längst in Angriff genommen werden müssen, monieren die Piratenpolitiker die Zeitscheine. „Was wurde denn detailliert in den ganzen Monaten überhaupt und konkret gemacht?“

Die beiden PIRATEN Frank Tomaschewski und Siegbert Molitor sind sich einig:
„Die Multifunktionshalle entwickelt sich schon bei den Vorplanungen zu einem „Millionengrab“ für die Stadt Minden. Zur Zeit ist bei der veröffentlichten Summe von „gefühlten 35 Millionen Euro“ auch noch nicht klar, ob diese „Brutto oder Netto“ ist und ob ein Parkraumbewirtschaftungskonzept vollständig enthalten ist.

Dies könnte dazu führen, das die Gesamtkosten der Halle jetzt schon die 50 Millionen Grenze überschreiten würden. Das würde nicht nur den Haushalt der Stadt Minden sprengen, sondern wäre unverantwortliches Handeln. Hier ist Aufklärung und Transparenz gefragt. Ein sorgsames Umgehen mit den Steuermitteln der Stadt sei eine Verpflichtung aller politischen Entscheidungsträger in Rat und Verwaltung.“


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