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PIRATEN verurteilen Informationspolitik der Mühlenkreiskliniken scharf

Namira McLeod

Die PIRATEN verurteilen die Informationspolitik der Mühlenkreiskliniken (MKK) scharf. Christoph Jahn (Kreisvorsitzender) erinnert daran, wie die Mühlenkreiskliniken entstanden sind:

„Ein Klinikverbund, der die Interessen des gesamten Kreises berücksichtigen sollte und nicht nur auf Wirtschaftlichkeit und Gewinnmaximierung ausgelegt werden sollte, sondern die ganzheitliche medizinische Versorgung des Kreises sicherstellen und auch lokale Aspekte berücksichtigen sollte, war die Intention. Ansonsten hätten die Kliniken damals ja gleich privatisiert werden können.“

Wie jetzt klar wird, versuchen die Entscheidungsträger der MKK nun die „schwarzen Zahlen“ mit allen Mitteln durchsetzen zu wollen und dabei scheinen alle Mittel Recht, wie jetzt auf einer nicht-öffentlichen Informationsveranstaltung der MKK klar wurde.

Die Moderation dieser nicht-öfffentlichen Veranstaltung für die Stadt- und Gemeinderäte des Kreises übernimmt ein Journalist des Kreises und der Rest der heimischen Lokalpresse wird durch einen Sicherheitsdienst aus dem Saal gebeten?

Frank Tomaschewski (Mitglied im Mindener Stadtrat und Ortsvorsitzender der Mindener PIRATEN) hat bewusst aus Protest an der nicht-öffentlichen Sitzung nicht teilgenommen.

„Der kommunale Klinikverbund hat die Bürger/innen des Kreises transparent zu informieren und an der Umstrukturierung zu beteiligen. Dies gilt nicht nur für die Kommunalpolitiker hinter verschlossenen Türen, sondern auch für alle Medienvertreter, Patienten und Patientinnen und natürlich auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken. Hier scheint der Klinikumsvorstand durch seine Intransparenz einen Vertrauensbonus nun voll verspielt zu haben. Eine Umstrukturierung am Bedarf vorbei, darf es nicht geben.“

Die politischen Vertreter der PIRATEN sprechen sich klar für offene Gespräche aus. Auch die Unterschriftensammlungen im Altkreis Lübbecke und besonders in Rahden sind ein deutliches Zeichen für Mitbestimmung.

„Dies kann und darf weder der Verwaltungsvorstand noch der Verwaltungsrat ignorieren. Landrat Dr. Niermann als Vorsitzender des Verwaltungsrates wird aufgefordert, hier für Transparenz zu sorgen.“

Die Krankenhäuser in Rahden und Lübbecke sind für viele zehntausende Menschen im Altkreis Lübbecke und im Notfall erste Anlaufpunkte.

„Der Patient steht […] in unseren Häusern im Mittelpunkt“, schreiben die Mühlenkreiskliniken auf ihrer Homepage und bezeichnen dies als „zentrale[n] Anspruch“.

Um dem gerecht zu werden, fordern die PIRATEN weiterhin die Grundversorgung als Portalklinik mit Notaufnahme in Rahden sowie der Fachabteilungen Urologie, Gynäkologie und Geburtshilfe am Standort in Lübbecke.

Die PIRATEN des Kreises Minden-Lübbecke unterstützen den öffentlichen Protest mit eben diesen zentralen Punkten ausdrücklich.

Dies gilt ebenso für den Erhalt des Standortes Bad Oeynhausen für die Geburtshilfe. Gerade dieser Bereich benötigt eine dezentrale Versorgung, um Risiken bei Geburten durch längere Fahrzeiten zu verhindern. Das Risiko von einer erhöhten Zahl von „Kaiserschnittgeburten“ muss minimiert werden, denn dies bedeute

  • Höheres Risiko für die Mutter: Ein Kaiserschnitt ist eine größere Bauchoperation mit dem Risiko für Verletzungen anderer Organe, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Thrombosen, Verwachsungen und Narbenproblemen.
  • Atemprobleme beim Baby: Kaiserschnittbabys haben häufiger Probleme mit der Atmung, zum Beispiel durch Fruchtwasser in der Lunge. „Das liegt aber eher daran, dass Kaiserschnitte oft zu früh durchgeführt werden“

Valeria Casselmann (stellv. Ortsvereinsvorsitzende der PIRATEN in Minden) steht hier schon in Gesprächen mit Vertreterinnen des Hebammenverbandes, um in den nächsten Wochen noch intensiver die Thematik der betroffenen Mütter und Hebammen zu berücksichtigen.

„Wir wollen Transparenz, ganzheitliche medizinische Grundversorgung in allen Teilen des Kreises Minden-Lübbecke und lehnen eine Umstrukturierung allein aus wirtschaftlichen Gründen in Gänze ab,“ erklären die Kommunalpolitiker der PIRATEN einvernehmlich.

„Weiterhin fragen wir uns als PIRATEN, wie die Verträge des Verwaltungsvorstandes aussehen, wenn hier nur auf „scharze Zahlen“ und Gewinnmaxierung die Versorgung der Patientinnen und Patienten ausgelegt wird. Sind die Bonuszahlungen des Verwaltungsvorstandes so hoch, wie bei den Autokonzernen? Dann läuft bei den Mühlenkreiskliniken gravierend etwas falsch. In der Gesundheitsversorgung und in der Pflege steht für uns als PIRATEN der Mensch im Vordergrund. Hier hat die Politik des Kreises Minden-Lübbecke eine soziale Verantwortung gegenüber allen Patienten und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kliniken im Kreisgebiet. Auch der Ruf der Mühlenkreiskliniken und des Landrates als Chef des Verwaltungsrates steht hier auf dem Spiel. Dies muss sich sofort ändern.“

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